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Versorgungsbatterien

 

 

Versorgungsbatterien – GEL, AGM, Blei-Säure oder Lithium?

Hier findest Du alle nötigen Informationen rund um das Thema Versorgungsbatterien im Wohnmobil. Wir versuchen die unterschiedlichen Technologien zu erklären und darauf wie die Batterien am besten geladen werden sollten.

Wofür braucht man in einem Wohnmobil Versorgungsbatterien?

Wer mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs ist möchte natürlich nicht auf Komfort verzichten. Die vielen elektrischen Begleiter des Alltags wie Smartphones, Fernseher, Laptops usw. möchte man auch gerne unterwegs möglichst uneingeschränkt nutzen können. Dazu kommen die Wasserpumpe, Standheizung, Lampen und Haushaltsgeräte des täglichen Gebrauchs. Doch dazu braucht man Strom. Steht uns dieser Landstrom nicht zur Verfügung, benötigt man eine Versorgungsbatterie. Diese versorgt uns meistens mit 12V Spannung. Damit nun alle Verbraucher, die wir zu Hause an der 230-V-Steckdose (Wechselstrom) angeschlossen haben, auch mit der 12-V-Spannung (Gleichstrom) der Versorgungsbatterie betrieben werden können, gibt es sogenannte Wechselrichter, die den Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln.

Welche verschiedenen Versorgungsbatterien gibt es?

Beim Kauf einer Bordbatterie könnt Ihr Euch zwischen vier gängigen Technologien entscheiden:

  • Gel Batterie
  • AGM Batterie
  • Nass-Säure Batterie
  • LiFePO4 / Lithium Batterie

Jeder Batterietyp hat Vor- und Nachteile. Deshalb stellen wir Euch in den nächsten Abschnitten die vier verschiedenen Technologien genauer vor und geben Euch am Ende noch eine Übersicht der Vor- und Nachteile.

 

Gel Batterie

Gruppenbild mit 4 GEL Versorgungsbatterien

AGM Batterie

Gruppenbild mit 4 AGM Versorgungsbatterien

Blei-Säure Batterie

Gruppenbild mit 3 Nass-Säure Versorgungsbatterien

LiFePo4 / Lithium Batterie

Gruppenbild 4 Lithium Versorgungsbatterien

Gel Batterie

Bei einer Gel-Batterie handelt es sich um eine VRLA Batterie. VRLA bedeutet „ventilgeregelte Blei-Säure-Batterie“. Das Elektrolyt wird durch Kieselsäure gebunden und hat dadurch eine gelartige Konsistenz. Dieser Batterietyp ist auslaufsicher, wartungsfrei und komplett verschlossen. Durch ein Überdruckventil kann bei zu hohen Ladeströmen Gas entweichen. Somit wird eine Explosion der Batterie verhindert. Ein Nachteil dieser Technologie ist der höhere Innenwiderstand. Zudem dauert ein Vollladung im Vergleich zu anderen Technologien länger.

Eine Gel-Batterie hat je nach Hersteller 400 – 600 Ladezyklen. Bei diesem Typ ist ein spezielles Ladegerät mit IUoU Ladekennline erforderlich, um eine Vollladung zu erreichen. Es sollen nicht mehr als 50 % ihrer Kapazität entnommen werden.

Gel-Batterien haben sich bereits über Jahre bewährt; dieser Batterietyp wird in vielen Reisemobilen als Standard ab Werk verbaut. Sie sind rüttelfest, auslaufsicher, wartungsfrei und zyklisch gut belastbar. Die Selbstentladung ist extrem gering. Dennoch vertragen sie nicht so hohe Lade- und Entladeströme wodurch sie eine längere Ladezeit haben. Für größere Wechselrichter ist diese Batterie allergings nicht geeignet.

Die gängigste Gel-Batterie für Wohnmobile hat eine Kapazität von 80 Ah. In unserem Shop bieten wir Euch Gel-Batterien in verschiedenen Spannungen (4V, 6V und 12V) für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke an.

AGM Batterie

Die AGM-Technologie (Absorbent Glass Mat) bindet den Elektrolyt in einem Glasfaservlies. Batterien dieses Typs sind auslaufsicher, rüttelfest, wartungsfrei und zyklisch gut belastbar. Wartungsfrei heißt, dass aufgrund von Gasrekombination ein Nachfüllen mit destilliertem Wasser nicht nötig ist. Die Selbstentladung ist extrem gering. AGM-Batterien gibt es in Gitterplatten- oder Rundzellentechnologie. Die Rundzellen bewirken eine kompaktere Bauform und höhere Leistung. Im Gegensatz zu Gel-Batterien ist der Innenwiderstand der AGM-Batterien aufgrund des Vlieses und der festen Verpressung der gewickelten Gitter geringer, so dass mit höheren Ladeströmen auch bei kälteren Außentemperaturen (z. B. Winter-Camping) und somit schneller geladen werden kann. Außerdem besitzen AGM-Batterien im Vergleich zu Gel-Batterien eine etwas höhere Speicherkapazität bei gleichen Platzverhältnissen.

Die AGM Batterie liegt von der Zyklenfestigkeit nur knapp unter der Gel Batterie. Das Laden geht schneller, erfordert aber auch ein spezielles Ladegerät um eine Vollladung zu erreichen. Auch die Entladetiefe sollte hier nicht die 50% überschreiten. 

AGM-Batterien sind für die Verwendung in Wohnmobilen ideal geeignet. Sie sind auslaufsicher, rüttelfest (ideal für Geländefahrzeuge), wartungsfrei und vertragen hohe Lade- und Entladeströme. Zudem haben sie eine kürzere Ladezeit und bei täglicher Aufladung ein langes Leben. Die AGM Batterien sind, in Verbindung mit einem leistungsstarken Wechselrichter, neben den LiFePO4 Batterien die beste Wahl. 

Klassische Nass-Säure Batterie

Im Gegensatz zu GEL- oder AGM-Batterien müssen die klassischen Nassbatterien regelmäßig auf ihren Flüssigkeitsstand kontrolliert und ggf. mit destilliertem Wasser aufgefüllt werden. Ansonsten wäre ein Kapazitätsverlust bis hin zum Totalausfall die Folge. Die Batterie darf nicht im Innenraum installiert werden, da beim Laden „Knallgas“ entsteht, welches hochentzündlich ist. Wird die Batterie dennoch im Innenraum installiert, muss das Gas über einen Entlüftungsschlauch aus dem Fahrzeug geleitet werden. Die Batterien sind nicht auslaufsicher und es kann bei einer Schräglage Säure austreten. Dies kann erhebliche Schäden anrichten. Aus diesen Gründen bieten wir in unserem Shop keine Nass-Säure Batterien für Wohnmobile an. 

Lithium / LiFePO4 Batterie

Lithium-Batterien in LiFePO4-Technologie sind die modernsten Batterietypen unter den Versorgungsbatterien für Wohnmobile. Das Problem der Sulfatierung besteht nicht für diesen Batterietyp; die Speicherkapazität ist verglichen mit AGM- oder GEL-Batterien gleicher Größe höher. Sie weisen zudem ein geringeres Gewicht und eine sehr hohe Zyklenfestigkeit (mehrere tausend Zyklen sind möglich) auf. Die Selbstentladung ist gering und sie vertragen hohe Ladeströme. Batterien in LiFePO4-Technik sind mit einem „Batterie Management System“ (BMS) ausgestattet. Dieses steuert und überwacht die Zellen der Batterie und sorgt für das Abschalten der Batterie, bevor sie von den angeschlossenen Verbrauchern tiefentladen wird. Das BMS schützt die Batterie auch vor Überspannung und trennt die Batterie von den Verbrauchern bzw. dem Ladegerät, wenn die Temperatur zu hoch wird oder ein Kurzschluss entsteht.  Auch LiFePO4-Batterien sollten – wie AGM, GEL oder Nasssäure – mit der richtigen Kennlinie geladen werden, um sie nicht zu schädigen.

Wer Unabhängigkeit sucht, ist mit einer LiFePO4 Batterie bestens ausgestattet. Sie ist wartungsfrei, rüttelfest und in der Lage größere Wechselrichter zu betreiben.

Vor- und Nachteile der Technologien

Hier haben wir Euch eine direkte Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile der einzelnen Batterien aufgeführt:

Vorteile Nachteile
GEL
  • wartungsfrei
  • auslaufsicher
  • hohe Rüttelfestigkeit
  • geringe Selbstentladung
  • zyklenfest
  • längere Ladedauer
  • spezielles Ladegerät erforderlich
  • hohes Gewicht
  • höherer Innenwiderstand
  • für größe Wechselrichter nur bedingt geeignet
AGM
  • wartungsfrei
  • auslaufsicher
  • kurze Ladezeit
  • kippbar
  • für leistungsstarke Wechselrichter geeignet
  • hohe Rüttelfestigkeit
  • geringe Selbstentladung
  • spezielles Ladegerät erforderlich
  • hohes Gewicht
Nass-Säure 
  • günstiger Preis
  • hohes Gewicht
  • nicht auslaufsicher
  • nicht rüttelfest
  • hohe Selbstentladung
  • Säurestand muss kontrolliert werden
  • geringe Lebenserwartung
LiFePO4
  • geringes Gewicht
  • hohe Rüttelfestigkeit
  • wartungsfrei
  • auslaufsicher
  • zyklenfest
  • extrem geringe Selbstentladung
  • Entnahme von hohen Strömen möglich
  • weniger Kapazität nötig
  • spezielle Ladetechnik erforderlich
  • hoher Preis

 

Tipps für die richtige Versorgungsbatterie?

Als Bordbatterien bzw. Versorgungsbatterien eignen sich nur die Batterien, die gerade für den zyklischen Einsatz konzipiert sind. Da nur diese Batterien eine gute Spannungsstabilität über einen langen Zeitraum und eine gewisse Zyklenfestigkeit verbunden mit niedriger Selbstentladung bieten. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist der Bleigehalt der AGM-, Gel- oder Nassbatterien: Je höher der Bleigehalt, desto besser laufen die chemischen Prozesse innerhalb der Batterien ab und umso leistungsfähiger sind sie.

Dennoch muss man sich bewusst sein, dass jede zyklische Belastung zu Verschleiß führt. Dieser ist umso größer, je tiefer der Zyklus ausfällt. Um die Lebensdauer der Batterie so lange wie möglich zu erhalten, gilt folgendes: Generell sollten Batterien nicht in teilgeladenem Zustand – und schon gar nicht in entladenem Zustand – stehen gelassen werden. Man würde sonst einer Sulfatierung Tür und Tor öffnen. Bleisulfatkristalle schränken das Wiederaufladen der Batterie fortschreitend ein. Daher sollten Batterien immer in regelmäßigen Abständen mit einem geeigneten Ladegerät vollgeladen werden.

Ladetechnik

Den besten Schutz vor Sulfatierung bietet das regelmäßige Aufladen mit Ladegeräten mit temperaturgeführter IUOU-Kennlinie: Diese Geräte arbeiten mit vollem Ladestrom bis zum Gasungspunkt, stabilisieren dann die Spannung und reduzieren den Ladestrom, bis die Vollladung erreicht ist. Danach wird auf eine schonende Erhaltungsladung umgeschaltet. Auch wenn bei manchen AGM- und Gelbatterien die Ladeschlussspannungen fast identisch sind, sollte nicht einfach die gleiche Kennlinie benutzt werden, da sich die Erhaltungsladungen und die Zeitdauer der Ladeschlussphase unterscheiden. Diese ist bei GEL-Batterien länger als bei AGM-Batterien und hat vor allem dann negative Auswirkungen, wenn die Umgebungstemperatur bzw. die Temperatur in der Batterie über 25° C liegt. Der Temperatursensor trennt dann das Ladegerät von der Batterie. Ladegeräte mit temperaturgeführter IUOU-Kennlinie sorgen dafür, dass optimal geladen wird und GEL-Batterien lange genug, AGM-Batterien jedoch nicht zu lange mit hoher Schlussspannung geladen werden und womöglich austrocknen.

Nützliche Einrichtungen, die den Ladezustand der Batterie anzeigen sind z.B. BMS (Batteriemanagementsystem, bei Lithiumbatterien) oder sog. Battery-Guards (verfügbar für andere Technologien), die Ihr auch in unserem Produktangebot finden. Eine große Auswahl an Ladegeräten finden Ihr in unserem Shop.

Wir beraten Euch gerne beim Kauf der richtigen Versorgungsbatterie.